ZVO berichtet zur wirtschaftlichen Lage der Galvano- und Oberflächentechnik

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ZVO wirtschaftliche Lage Galvano- und Oberflächentechnik
ZVO-Vorstandsvorsitzender Walter Zeschky (Zweiter von rechts) äußert sich zur wirtschaftliche Lage der Galvano- und Oberflächentechnik (Bild: ZVO)

Nach zwei Verlustjahren in Folge hat sich die Galvano- und Oberflächentechnik erholt. Der Blick nach vorne bleibt in Anbetracht der weiterhin widrigen Umstände jedoch sorgenvoll, wie der Vorstandsvorsitzende des Zentralverbandes Oberflächentechnik (ZVO), Walter Zeschky, anlässlich der Fachmesse Surface Technology Germany betonte.

2021 erwirtschafteten die 258 ZVO-Mitgliedsunternehmen mit ihren insgesamt 20.375 Beschäftigten (Lohnveredler, Beschichter, Stückverzinker, Rohchemie-, Verfahrens-, Anlagen- und Zubehörlieferanten, Institute und Dienstleister aus dem Bereich Galvano- und Oberflächentechnik) einen Umsatz von 2.243 Milliarden Euro. Das ist ein Umsatzplus von 10,8 Prozent gegenüber 2020, dem ersten Coronajahr. Trotz Personalmangels, steigender Beschaffungs- und Energiekosten, Beschaffungsproblemen und behördlicher Auflagen (Stichwort REACH) beurteilten 55 Prozent der ZVO-Mitgliedsbetriebe in der jährlichen ZVO-Mitgliederbefragung (Erhebungszeitraum 31. Januar bis 28. Februar 2022) ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als gut bzw. sehr gut, 37 Prozent als zufriedenstellend und nur 8 Prozent als schlecht.

Der Krieg in der Ukraine führt jedoch auch oder gerade in der Galvano- und Oberflächentechnik und bei den ZVO-Mitgliedern zu weiteren spürbaren Beeinträchtigungen – zusätzlich zu den noch nicht vollständig überwundenen direkten und indirekten coronabedingten Auswirkungen. Bereits vor Ausbruch des Krieges war die Entwicklung auf dem Energiesektor besorgniserregend, diese Situation hat sich weiter verschärft. Die Preissteigerungen setzen sich auf dem Rohstoffsektor fort. Auch wenn die Unternehmen der Galvano- und Oberflächentechnik von einer gefestigten Situation berichten, gilt es, eine Reihe von Herausforderungen zu meistern, etwa die Umsetzung der Kostensteigerungen durch explodierenden Energie- und Rohstoffpreisen am Markt. Neben einer drohenden Gasmangellage sind auch Chromsäure, PVD-Kunststoffe oder Baugruppen aus der Steuerungs- und Automatisierungstechnik wenn überhaupt nur zu extrem hohen Preisen verfügbar. Daher fährt die gesamte Galvanotechnik aktuell auf Sicht, eine Planung über wenige Wochen oder gar Monate im Voraus ist nicht möglich. Die Aufrechterhaltung der Versorgungslage hat oberste Priorität, wobei diese sich zunehmend schwierig gestaltet. Die Kostenentwicklungen, deren Ende nicht absehbar ist, zwingen in erster Linie die Betreiber von Industrie- und Lohngalvaniken zum Handeln. Temporäre Material- oder Energie-Teuerungszuschläge könnten eine Lösung sein, den starken Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten zu begegnen. Ein belastbarer Ausblick für 2022 ist angesichts dieser Herausforderungen laut ZVO kaum möglich.

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