Fraunhofer IPA auf der PaintExpo 2026: Forschungsprojekte vorgestellt

Das Fraunhofer IPA präsentiert auf der PaintExpo 2026 aktuelle Forschungsprojekte für effizientere und nachhaltigere Beschichtungsprozesse. Im Fokus stehen digitale Vorbehandlung, KI-gestützte Lackierung und eine wasserbasierte Zinkgrundierung.
Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA gibt auf der PaintExpo Mitte April Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte rund um Effizienz, Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der Oberflächentechnik. Im Fokus stehen unter anderem simulationsgestützte Vorbehandlungsprozesse, KI-überwachte Lackierverfahren sowie eine wasserbasierte Zinkgrundierung. Unter dem Motto „Finishing for Compliments“ präsentieren die Forschenden vom 14. bis 17. April in Halle 1, Stand 1322 Ansätze, die beschichtenden Unternehmen zu nachhaltigeren und smarteren Lackierprozessen verhelfen sollen. Dazu zählt das Projekt „DigiStrahl“, in dem ein simulationsgestützter Vorbehandlungsprozess für das Druckluftstrahlen entwickelt wird. Dabei werden feste Partikel auf metallische Oberflächen geschossen, um eine gleichmäßige Rauheit für die Lackhaftung zu erzeugen. Durch die digitale Abbildung und Simulation lässt sich im Vorfeld bestimmen, welches Strahlmittel und welche Parameter das beste Ergebnis liefern. Dies reduziert den Einsatz von Strahlmittel und Energie und verringert den Ausschuss, insbesondere in kleinen und mittelständischen Unternehmen.
Optimierung des Lackierprozesses durch Künstliche Intelligenz
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Optimierung des Lackierprozesses durch Künstliche Intelligenz. Im Projekt „pAInt-Behaviour“ wurden im Lackiertechnikum zahlreiche Versuche mit variierenden Anlagenparametern durchgeführt und der Prozess mit rund 30 Sensoren überwacht. Die gewonnenen Daten wurden mittels maschineller Lernverfahren ausgewertet. Daraus entstand ein Verhaltensmodell, das drohende Qualitätsabweichungen frühzeitig erkennt und Ursachen identifizieren kann, um Ausschuss, Nacharbeit und Anlagenstillstände zu reduzieren. Darüber hinaus zeigt das Fraunhofer IPA mit „EcoWaterZinc“ eine lösemittelfreie Zinkgrundierung auf Wasserbasis. Herkömmliche zinkhaltige Beschichtungen setzen bei der Aushärtung flüchtige organische Verbindungen frei und können gesundheitliche Belastungen verursachen. Zudem reagiert Zink mit Wasser, was langfristig die Korrosionsschutzwirkung beeinträchtigen und Umweltprobleme verursachen kann. Die neu entwickelte Grundierung basiert auf modifizierten Zinkpartikeln, die nicht mit Wasser reagieren und so eine beständige antikorrosive Wirkung ermöglichen.
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Kontaktdaten und Informationen zu den hier vorgestellten Unternehmen und Institutionen sind in unserem interaktiven Oberflächentechnik-Branchenverzeichnis zu finden.