VDMA: Oberflächentechnik setzt auf Stabilisierung und internationale Stärke

Erstellt von OM BrancheVDMA
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2026 bleibt ein herausforderndes Jahr für die Oberflächentechnik und deren Unternehmen, wie der VDMA zur Fachmesse SurfaceTechnology Germany bekanntgab (Bild: OM)

Die Oberflächentechnik bewegt sich weiter in einem herausfordernden konjunkturellen Umfeld. Unsicherheit, Investitionszurückhaltung und geopolitische Risiken prägen die Nachfrage, während sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit als zentraler Stabilitätsfaktor erweist.

Die Unternehmen der Oberflächentechnik agieren weiterhin in einem anspruchsvollen Marktumfeld, wie der VDMA anlässlich der SurfaceTechnology Germany 2026 mitteilt. Zwar hat der Maschinenbau die konjunkturelle Talsohle punktuell erreicht, insgesamt bleibt die Nachfrage aus vielen Kundenbranchen jedoch volatil. Investitionszurückhaltung, geopolitische Spannungen sowie hohe Unsicherheiten bei Kosten und Lieferketten erschweren die Planung. „Die Oberflächentechnik ist innovationsstark und international wettbewerbsfähig. Gleichzeitig stoßen Tempo und Umsetzungskraft zunehmend an Grenzen, wenn die Rahmenbedingungen am Standort Deutschland nicht verlässlich sind“, sagt Robert Hild, Geschäftsführer des VDMA Fachverbands Allgemeine Lufttechnik. Als exportorientierte Branche spürt die Oberflächentechnik die zunehmende geopolitische Fragmentierung besonders stark. Handelsbarrieren, Sanktionsregime sowie anhaltende Diskussionen über Zölle – etwa auf Stahl- und Aluminiumderivate – erhöhen die Unsicherheit und dämpfen Investitionsentscheidungen.

Volatiler Auftragseingang, Außenhandel als Stütze

Der Auftragseingang der Oberflächentechnik verlief 2025 insgesamt rückläufig. Über das Jahr hinweg lag er bei minus 12 Prozent, wobei das Inland deutlich schwächer tendierte als das Ausland. Auch zu Beginn des Jahres 2026 setzte sich die verhaltene Entwicklung fort. Einzelne Großprojekte führen zudem zu starken monatlichen Ausschlägen. Der Außenhandel bleibt dennoch eine tragende Säule der Branche. Die deutschen Exporte von Geräten und Anlagen zur Oberflächenbehandlung legten 2025 deutlich zu und wuchsen gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 Prozent. Regional zeigt sich jedoch ein sehr heterogenes Bild: Während die Lieferungen in die EU rückläufig waren, kamen wichtige Impulse aus den USA und Mexiko. Die Exporte nach China gingen dagegen spürbar zurück. Für die Hersteller sind stabile handels- und zollpolitische Rahmenbedingungen daher entscheidend für Investitionsentscheidungen.

Gedämpfte Erwartungen der Oberflächentechnik für 2026

Auch auf der Produktionsseite setzte sich der rückläufige Trend fort. Die Inlandsproduktion sank 2025 erneut, während die Bedeutung internationaler Standorte weiter zunimmt. Die Ergebnisse der aktuellen VDMA‑Konjunkturumfrage spiegeln diese Gemengelage wider: Zwar bewerten viele Unternehmen ihre Lage als stabil, gleichzeitig sehen über 60 Prozent eine Verschlechterung der Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten. Entsprechend rechnet der Fachverband Allgemeine Lufttechnik für die Oberflächentechnik nach einem rückläufigen Jahr 2025 auch 2026 mit einem nominalen Umsatzminus von rund 2 Prozent. Erst ab 2027 könnten sich die Vorzeichen wieder verbessern – vorausgesetzt, externe Rahmenbedingungen stabilisieren sich. Für die Oberflächentechnik bleibt 2026 damit vor allem ein Jahr der Konsolidierung. Die Unternehmen sind technologisch gut positioniert, doch die Dynamik wird zunehmend durch Standortfaktoren begrenzt. Entscheidend sind Investitionen in den Kundenindustrien, verlässliche handelspolitische Weichenstellungen, Bürokratieabbau sowie die konsequente Nutzung von Digitalisierungs‑, Service‑ und Exportpotenzialen. Auch der europäische Markt muss wieder an Stärke gewinnen, so der VDMA.

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Kontaktdaten und Informationen zu den hier vorgestellten Unternehmen und Institutionen sind in unserem interaktiven Oberflächentechnik-Branchenverzeichnis zu finden.