
Intensivkurs „Industrielle Beschichtung von A bis Z“
Der erste Intensivkurs „Industrielle Beschichtung von A bis Z“ in Buchs/Schweiz war fast ausgebucht. Der zweite Durchgang startet im Oktober 2026. Ziel ist, vorhandene Lackierbetrieb-Mitarbeitende aufzubauen und als Beschichter zu qualifizieren.
Vom 9. bis 13. März 2026 fand an der MPA Berufs- und Handelsschule Buchs/SG in der Schweiz erstmals der Intensivkurs „Industrielle Beschichtung von A bis Z“ statt. Die Plätze waren nahezu belegt, die Rückmeldungen aus den Evaluationen fielen durchweg positiv aus. Konzipiert und geleitet wird das Format von Markus Vüllers, Dipl.-Chem.-Ing. Schwerpunkt Lackiertechnik und über 35 Jahren Praxiserfahrung in der industriellen Oberflächentechnik. Veranstalter sind Anina und Dr. Gernot Boiger mit ihrer Berufsschule.
Der Ausgangspunkt ist ein Problem, das inzwischen fast jeder Beschichtungsbetrieb kennt: qualifiziertes Personal ist am Markt kaum verfügbar. Vorhandene Mitarbeitende gezielt aufzubauen, ist dagegen planbar und wirkt in der Regel schneller, als auf die passende Bewerbung zu warten.

Premiere des Intensivkurses „Industrielle Beschichtung von A bis Z“
Bemerkenswert war die Zusammensetzung der ersten Gruppe beim Intensivkurs „Industrielle Beschichtung von A bis Z“. Sie reichte von Quereinsteigern in der Geschäftsführung über Kaufleute, die in Industrielackierbetriebe einsteigen, bis zu Vertriebsmitarbeitenden von Lackieranlagenherstellern, die aus ganz anderen Technologiefeldern kommen. Ihnen allen geht es nicht darum, selbst lackieren zu lernen. Sie wollen verstehen, wie Lackiertechnik funktioniert: warum die Vorbehandlung über die Haftfestigkeit entscheidet, wovon der Auftragswirkungsgrad abhängt, was im Trockner alles schief gehen kann. Dieses Verständnis macht den Unterschied, wenn Investitionen bewertet, Anlagen verkauft oder Reklamationen beurteilt werden müssen.
Daneben nutzen Praktiker mit vielen Berufsjahren den Kurs, um ihre theoretischen Grundlagen zu festigen. Für sie ordnet die Woche vorhandenes Erfahrungswissen ein und untermauert es fachlich. Häufig ist das Ergebnis weniger neues Wissen als vielmehr die Erklärung dafür, warum die eigenen Handgriffe seit Jahren funktionieren und wo sie an Grenzen stoßen.

Workshops am eigenen Tagesgeschäft
Ein wesentlicher Teil der Woche besteht aus Workshopphasen, in denen die Gruppe gemeinsam an konkreten Fragestellungen aus den Betrieben arbeitet. Bearbeitet werden unter anderem die Auswahl eines neuen Lackierverfahrens, ein Projekt zur Steigerung von Effizienz und Produktivität im Lackierbereich sowie der Umgang mit Nacharbeit und Fehlerbildern. Die Teilnehmenden bringen ihre eigenen Fälle mit – entsprechend unterschiedlich fallen die Lösungswege aus, und entsprechend groß ist der Nutzen des Austauschs untereinander.

Von der Vorbehandlung bis zur Qualitätssicherung
Der inhaltliche Bogen spannt sich über fünf Tage und 40 Lektionen: Aufbau und Zusammensetzung von Beschichtungsstoffen, Substrate und Vorbehandlungsverfahren, Applikation von Flüssiglacken, Pulverbeschichtung, Filmbildung und Trocknung sowie Qualitätssicherung und typische Fehlerbilder. Der didaktische Ansatz zielt dabei bewusst nicht auf Detailwissen einzelner Verfahren, sondern auf deren Verknüpfung. Wer versteht, wie Vorbehandlung, Applikation und Trocknung zusammenwirken, erkennt Fehlerursachen früher und trifft im Tagesgeschäft die wirtschaftlicheren Entscheidungen. Themen wie Ergiebigkeit, Auftragswirkungsgrad und Wirtschaftlichkeit von Lackierprozessen sind deshalb fester Bestandteil des Programms.

Ergänzend steht ein Praxisworkshop zur berührungslosen Schichtdickenmessung mit Prof. Dr. Nils Reinke von der Coatmaster AG auf dem Programm. Für den Oktober-Durchgang sind darüber hinaus zwei weitere Themenblöcke vorgesehen: Einer stammt aus dem Forschungs- und Entwicklungsumfeld der Pulverbeschichtung, der zweite bleibt bis zum Kursbeginn eine Überraschung.

Lernen in inspirierender Umgebung
Organisation und Rahmenprogramm verantworten Gernot und Anina Boiger. Vom wechselnden Mittagsangebot aus der Region bis zum gemeinsamen Abendessen ist die Woche so angelegt, dass zwischen den Lektionen Raum für Austausch bleibt. Von den Teilnehmenden der ersten Durchführung ausdrücklich als eigenständiger Nutzen hervorgehoben, zumal die Gruppe aus Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz zusammenkam.
Buchs liegt im Rheintal zwischen Alpen und Bodensee und ist per Bahn aus Zürich, St. Gallen und Feldkirch direkt erreichbar; vom Flughafen Zürich sind es rund 90 Minuten. Unterkünfte liegen in Gehweite zum Kursort.

Nächster Durchgang im Oktober 2026
Die zweite Durchführung ist auf den 26. bis 30. Oktober 2026 terminiert. Fünf Kurstage von Montag bis Freitag. Die Teilnehmerzahl ist auf 16 Personen begrenzt, erste Plätze sind bereits vergeben. Die MPA Berufs- und Handelsschule ist EduQua-zertifiziert und sowohl in Baden-Württemberg als auch in Nordrhein-Westfalen als Weiterbildungseinrichtung anerkannt. Teilnehmende aus beiden Bundesländern können Bildungsurlaub beziehungsweise Bildungszeit beantragen.
Detaillierte Kursinformationen, Konditionen, Stimmen von Teilnehmenden der ersten Durchführung sowie die Anmeldung finden sich auf der Website der MPA Berufs- und Handelsschule: www.mpa-engineering.ch (OM-9/26)
Autor
Markus Vüllers, Markus Vüllers Coaching (MVC), Business-Coaching für Beschichtungsunternehmen
Kontakt
Markus Vüllers Coaching
Melschen Kamp 2
33178 Borchen (Deutschland)
Telefon: +49 (0)5251 390375
Mail: info@markus-vuellers-coaching.de
markus-vuellers-coaching.de
Über Markus Vüllers Coaching (MVC)
Markus Vüllers ist selbständiger Coach und Berater und bietet kleinen und mittelständischen Unternehmen sein fundiertes Know-how in der Lackiertechnik an. Sein Leistungsspektrum reicht von der Beratung zur Prozessoptimiertung von Lackierbetrieben und Analyse von Zusammenhängen bis zur Qualifizierung von Fach- und Führungskräften und Hilfestellung bei der Ausbildung in Betrieben.