Lach Diamant feiert 100 Jahre - vom Diamant-Schleifer zum Werkzeughersteller

Das Unternehmen Lach Diamant wurde 1922 von Jakob Lach in Hanau gegründet – als Unternehmen zum Schleifen von Diamanten zu Schmuck-Diamanten bzw. „Brillanten“. Später stieg es zum Hersteller von Werkzeugen auf und feierte nun sein 100jähriges Jubiläum.

Ende der 1930er Jahre waren bei Lach Diamant bis zu 600 Personen mit dem Schleifen von Diamanten beschäftigt. Die Kriegswirren und anschließend die starke DM brachten das Schleifen von Diamanten zu Brillanten bis Mitte der 50er Jahre in Deutschland – da für ausländische Auftraggeber zu teuer – zum Erliegen. Dann kam der Break unter dem Motto “Diamonds are not only a girl`s best friend!”: Vom „weißen” Schmuck-Stein zum bräunlichen und gelben Diamant – dem nicht mehr ganz so sauberen oktaederförmigen Industrie-Diamanten. Der Geschäftszweck hatte sich geändert.

Mit Koffer voll Diamanten zu den Kunden

Mit 61 Jahren nahm der 1894 geborene Jakob Lach die Herausforderung an, einen neuen Geschäftszweig zu ergründen. Anfangs noch alleine mit einem Koffer voll mit Diamanten – aufgeteilt, sortiert nach Preis-Qualitäten und unterschiedlichen Gewichten (in Karat – 1 Karat = 0,2 Gramm). Die Kunden befanden sich mehrheitlich in Schweinfurt, wie Kugelfischer, oder in Stuttgart Bosch und SKF. Unterstützung erhielt Jakob Lach am 1. Oktober 1960 durch den Eintritt des frisch gebackenen Industriekaufmannes und Sohnes Horst.

Zwanzig Jahre später sollte der nunmehr 86 Jahre alte Jakob Lach bei der Vorstellung von Lach Diamant zur erstmals entwickelten Technologie „Diamant – polykristalline Diamant-Werkzeuge für die überlegene Bearbeitung von Holz- und Composite-Werkstoffen in der Möbel-, Fußboden-, Kunststoff-Industrie“ einzusetzen in einem Videofilm dieses Statement abgeben: „Als ich im Jahre 1908 zum ersten Mal in meinem Leben einen Diamant in die Hand nahm, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass eines Tages Diamant als Schneidstoff nicht nur in der Automobil-Industrie sondern auch zur Zerspanung von Holz und Kunststoffen eingesetzt werden kann.“

Aufstieg zum Hersteller von Werkzeugen

Vom Handel mit Industrie-Diamanten hatte sich Lach Diamant zwischenzeitlich zu einer verlässlichen Größe als Hersteller von Diamant-Abrichtwerkzeugen, Diamant-Drehwerkzeugen für das Überdrehen von Kupfer-Kollektoren in der Elektroindustrie, kunstharzgebundenen Diamant- und CBN-(Borazon)-Schleifscheiben, PKD Zerspanungs-Werkzeugen für die Aluminium-, Glasfaser (GFK)- und Kunststofffaser (CFK)-Bearbeitung entwickelt. Die Anzahl der angemeldeten Patente zeigen bis heute den Pioniergeist und die Einzigartigkeit, die das Unternehmen in vielen Bereichen neu angewandter Fertigungsverfahren weltweit zum Vorreiter machte.

Das somit erworbene Knowhow führte darüber hinaus auch zur Vergabe von Lizenzen – so beispielsweise in Länder wie Japan und Israel. Fragt man nach der Quelle all dieser Unternehmenserfolge, so wird man Horst Lach sagen hören: „Alles fing mit dem synthetischen Diamant an. Erstmals wurde dieser 1957 von einem amerikanischen Hersteller als so genannter »Man-made Diamond« in Körnungsform als Schleifmittel für die Herstellung von Diamant-Schleifscheiben angeboten. Das hat mich fasziniert, insbesondere da ich quasi in den Umbruch meines Vaters Unternehmen vom Schmuck-Diamanten zum Industrie-Diamanten hineingeboren wurde.“

Neue superabrasive Materialien

Auf synthetische Diamanten folgten 1969 unter dem Namen „Borazon“ Körnungen mit kubischem Bornitrid (CBN); Lach Diamant machte daraus die erste CBN Schleifscheibe für das Schleifen von HSS-Werkzeugen. Es folgte 1973 erstmals ein neues diamanthaltiges Schneidenmaterial – polykristalliner synthetischer Diamant (PKD), 1974 kam die polykristalline Bornitrid- Schneidplatte – für das Überdrehen hochlegierter gehärteter Stähle. Alle diese neuen superabrasiven Materialien beflügelten die Entwicklung von Lach Diamant. Bahnbrechend und bis heute weiter zielführend war die Erfindung der Funken/Elektroerosion, die letztendlich die anschließende Forcierung der NC/CNC Technik in der Werkzeug-Maschinenindustrie und damit in der Serienfertigung ermöglichte.

Die nunmehr mögliche wirtschaftliche Herstellung polykristalliner Diamant-Werkzeuge zur Zerspanung nicht nur von Holz und Kunststoffen, sondern auch in der Automobil- und -Zubehörindustrie. Der jetzt mögliche Einbau gewichtssparender leichter Materialien in Fahrzeuge, Flugzeuge und letztlich die heute viel zitierte Entwicklung von Windkraftanlagen, die sich Lach Diamant auch stolz auf die Fahnen heften kann, schufen schon früh neue Energieschübe bei gleichzeitiger Klima-Freundlichkeit.

Partner für heutige und zukünftige Herausforderungen

Die Liste aller bis heute von der Industrie angenommener Errungenschaften aus dem Schaffen von nunmehr 100 Jahre Lach Diamant könnte ein breites „who is who“ der Technik füllen. Auf den Messen des Jahres 2022 – wie GrindingHub und AMB in Stuttgart - zeigte das Unternehmen unter dem Slogan „Tradition – Leidenschaft – Innovation“, dass es nach wie vor bereit ist, sich den heutigen und zukünftigen Herausforderungen im Dienste der Industrie und somit als verlässlicher Partner zu manifestieren.

Mit der akademischen Jubiläumsfeier am 13. Oktober 2022 im Deutschen Goldschmiedehaus in Hanau wurde in diesen Räumen gleichzeitig eine umfangreiche Ausstellung für alle eröffnet, die immer mal wissen wollten, was man heute so alles erfolgreich mit Diamant macht. (OM-1/23)

Kontakt

Lach Diamant
Jakob Lach GmbH & Co. KG
Donaustr. 17
63452 Hanau (Deutschland)
Tel. +49 6181 103822
E-Mail: office@lach-diamant.de
www.lach-diamant.de

Über Lach Diamant

Lach Diamant als Hersteller von Diamant- und CBN-Werkzeugen wird seit 100 Jahren gleichgesetzt mit Fortschritt, Präzision und Qualität. Als weltweit einziges Unternehmen mit einem Produktportfolio von Diamant- und CBN-Werkzeugen für Dreh-, Bohr-, Fräs- und Schleifanwendungen, entwickelt und produziert Lach Diamant umfassende kundenspezifische Lösungen für die Industrie auf der ganzen Welt, unter anderem für die Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie.