Einschicht-KTL-Acrylat schützt Trilex-Stahlfelgen

Ein spezielles KTL-Acrylat schützt massive Trilex-Stahlfelgen in nur einer Beschichtung vor Korrosion und UV-Strahlung. Das Einschichtsystem verbindet hohe Beständigkeit mit einem effizienten Lackierprozess.

In der ungarischen Produktion der Firma Ples trifft traditionelle Ingenieurskunst auf moderne Beschichtungschemie. Die Herausforderung: Schwere Bauteile mit extremen Wandstärken prozesssicher und effizient zu schützen. Die Lösung liegt in einem speziellen KTL-Acrylat, das Korrosionsschutz und UV-Stabilität in nur einem Arbeitsschritt vereint.

Die Basis: Schwermetall und Umformtechnik

Rund 100 Kilometer nordöstlich von Budapest, ist die Heimat einer besonderen industriellen Nische. Hier fertigt die Firma Ples die legendären Trilex-Stahlfelgen – ursprünglich eine deutsch-schweizerische Innovation, die für ihre Robustheit im schweren Nutzfahrzeugsektor bekannt ist. Der Fertigungsprozess beginnt mit purer Kraft: Stahlrohlinge mit einer Dicke von 7 und bis zu 30 mm werden mit massiven Pressen in Form gebracht. Dabei wirken Kräfte von bis zu 400 Tonnen, diese Materialstärken stellen nicht nur die Mechanik, sondern auch die anschließende Oberflächentechnik vor besondere Aufgaben.

Die Vorbehandlung: Sauberkeit als Fundament

Bevor die Farbe ins Spiel kommt, durchlaufen alle Bauteile eine intensive mechanische und chemische Vorbereitung. Nach dem Strahlen, das für die notwendige Oberflächenrauheit und die Entfernung von Zunder sorgt, folgt eine moderne 8-Zonen-Vorbehandlung. Reinigung: Eine alkalische Entfettung entfernt zuverlässig Rückstände aus dem Umformprozess und den Bearbeitungsmaschinen. Konversionsschicht: Die Zinkphosphatierung bildet die chemische Brücke zwischen dem massiven Stahl und der Lackierung.

Die Beschichtung: KTL-Acrylat als effizientes Einschichtsystem

Während klassische KTL-Verfahren (meist auf Epoxidharz-Basis) hervorragenden Korrosionsschutz bieten, sind sie in der Regel nicht UV-stabil und erfordern einen Decklack. Ples geht hier einen effizienteren Weg. Zum Einsatz kommt ein KTL-Acrylat im Farbton RAL 3009 Oxidrot von FreiLacke. Der entscheidende Vorteil dieses Systems: Es fungiert als Einschichtsystem. Durch die Acrylat-Basis wird eine hohe Beständigkeit gegen UV-Belastung wie Sonnenlicht und gleichzeitig immer noch ein sehr guter Korrosionsschutz erzielt. Das KTL-Acrylat wurde durch die Entwicklung bei FreiLacke eigens auf die Anwendung und besonderen Herausforderungen der Firma Ples zu geschnitten. Dabei lag der Fokus auf einer ausgeglichenen Balance, zwischen Korrosionsschutz, mechanischen Eigenschaften, UV-Beständigkeit sowie einer sehr guten Farbtonstabilität.

Die Prozessparameter im Detail

  • Abscheidezeit: Im Bereich 120- 240 Sekunden
  • Schichtdicke: 30–40 μm – um auch bei massiven und gestrahlten Bauteilen eine geschlossene, homogene Oberfläche zu garantieren
  • Spülkonzept: Zwei Ultrafiltratspülen mit Kaskadenführung, sorgen für eine hohe Materialausbeute und hervorragende Gesamtoberfläche

Fazit

Das Beispiel Ples zeigt eindrucksvoll, dass sich Wirtschaftlichkeit und High-End-Schutz nicht ausschließen. Durch den Verzicht auf einen zusätzlichen Decklack spart das Unternehmen Zeit, Energie und Materialkosten, ohne Kompromisse bei der Qualität der Trilex-Felgen einzugehen. Ein stabiler Prozess, der dem „Schwermetall“ aus Ungarn den nötigen Glanz und Schutz verleiht. (OM-10/26)

Die Trilex-Felge ist weit mehr als nur ein Bauteil, sie ist ein Stück Industriegeschichte. Ursprünglich von der Schweizer Georg Fischer AG (GF) entwickelt, revolutionierte sie die Handhabung von Schwerlasträdern in einer Zeit, in der Reifenpannen noch zum Alltag gehörten. Im Gegensatz zur heute weit verbreiteten einteiligen Scheibenrad-Felge besteht das Trilex-System aus einem dreigeteilten Felgenkranz. Diese Segmente werden durch ein spezielles Spannsystem auf dem Radstern fixiert. Diese Konstruktion war eine Meisterleistung der Ingenieurskunst, da sie enorme Stabilität bei vergleichsweiser einfacher Montage bot. So ist es einem LKW- Fahrer möglich ein Radwechsel ohne große Maschinen durchzuführen, was vor allem in Regionen mit geringer Infrastruktur und im Off-Roadbereich, bis heute Anwendung findet.

Autor

Daniel Martin, FreiLacke

Kontakt

Emil Frei GmbH & Co. KG
Am Bahnhof 6
78199 Bräunlingen-Döggingen (Deutschland)
Telefon: +49 7707 151-0
Email: info@freilacke.de
www.freilacke.de

Über FreiLacke

Seit 1926 steht FreiLacke für innovative Farben und Lacke. Das Familienunternehmen wird bereits in dritter Generation geführt und entwickelt mit 600 Mitarbeitern am Standort Döggingen/Schwarzwald maßgeschneiderte Lösungen für Kunden aus den Bereichen Räder, Fahrzeugbau, Maschinen- und Apparatebau, Lohnbeschichtung, Schienenfahrzeuge, Windkraft, Funktionsmöbel, Lagertechnik sowie Bau und Sanitär.

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