AFM und Nanoindentation für die Oberflächenanalyse

Die Kombination von Rasterkraftmikroskopie und Nanoindentation verknüpft Oberflächentopografie mit lokalen mechanischen Kennwerten. So lassen sich heterogene Werkstoffe bis in den Nanometerbereich detailliert charakterisieren.

Durch die Verknüpfung von Rasterkraftmikroskopie (Atomic Force Microscope) und Nanoindentation lassen sich mechanische Eigenschaften und Oberflächenstrukturen direkt korrelieren. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für die hochauflösende Charakterisierung heterogener Werkstoffe.

Präzise Oberflächenanalyse im Nanometerbereich

Die Rasterkraftmikroskopie (AFM) ist ein etabliertes Verfahren zur Untersuchung von Oberflächenstrukturen im Nanometermaßstab. Im Gegensatz zur optischen Mikroskopie wird die Oberfläche dabei nicht durch Licht, sondern durch eine nanoscharfe Messspitze erfasst. Diese tastet die Probe zeilenweise ab und ermöglicht so die dreidimensionale Darstellung selbst kleinster Strukturen. Die Methode eignet sich insbesondere für Anwendungen, bei denen die Oberflächenmerkmale deutlich unterhalb der Auflösungsgrenze optischer Systeme liegen.

AFM ergänzt Nanoindentationsprüfungen

In Verbindung mit Nanoindentationsprüfungen ist die Rasterkraftmikroskopie besonders leistungsfähig. Während die Nanoindentation mechanische Kennwerte wie Härte und Elastizitätsmodul ermittelt, liefert das AFM detaillierte Informationen über die tatsächliche Eindruckgeometrie. So ist es möglich, Materialaufwürfe, Einsinkeffekte, plastische Verformungen oder Mikrorisse direkt zu untersuchen.

Härtekartierung einer Schieferprobe

Für die Untersuchung wurde auf einer polierten Schieferprobe eine Matrix aus 60 × 50 Nanoindentationen mit einem Abstand von jeweils einem Mikrometer erzeugt. Die maximale Prüfkraft betrug 5 mN. Das Ziel der Untersuchung war die Ermittlung der lokalen Härteverteilung innerhalb verschiedener mineralischer Phasen.

Zusätzliche Informationen durch AFM-Bildgebung

Die anschließende AFM-Untersuchung bestätigt die Ergebnisse der Härtekartierung und liefert weitere Informationen zur Oberflächentopografie. Aufgrund des typischerweise unter 20 nm liegenden Spitzenradius können selbst kleinste Eindruckstellen zuverlässig vermessen werden. Darüber hinaus ermöglicht der Tapping-Modus die Erzeugung von Phasenkontrastbildern.

Fazit

Die Kombination aus Rasterkraftmikroskopie und Nanoindentation ermöglicht eine hochauflösende Charakterisierung von Oberflächen sowie von lokalen Materialeigenschaften im Nanometerbereich. Insbesondere bei heterogenen Werkstoffen erlaubt diese Verknüpfung neue Einblicke in die Zusammenhänge zwischen Mikrostruktur und mechanischem Verhalten. (OM-8/26)

Autoren

Virgile Favre, Anton Paar TriTec SA
Jiri Nohava, Anton Paar TriTec SA
Paul Pavlov, Anton Paar Germany GmbH

Kontakt

Anton Paar GmbH
Anton-Paar-Straße 20
8054 Graz (Österreich)
Telefon: +43 316 2570
E-Mail: info@anton-paar.com
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Über Anton Paar

Anton Paar entwickelt, produziert und vertreibt hochpräzise Laborinstrumente und Prozessmesssysteme sowie Automations- und Robotiklösungen. Das Unternehmen ist globaler Marktführer auf den Gebieten der Dichte- und Konzentrationsmessung, der Rheometrie und der CO2-Messung.

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