VdL: Neue CLP-Verordnung belastet Lackindustrie stark

Die überarbeitete CLP-Verordnung bringt der Farben-, Lack- und Druckfarbenindustrie enorme Kosten und organisatorische Hürden. Neue Etikettierungsregeln, kurze Umsetzungsfristen und hohe Investitionen stellen viele Unternehmen vor existenzielle Herausforderungen.
Am 10. Dezember 2024 ist die Revision der EU CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging) in Kraft getreten. Ziel war eine Anpassung an globale Märkte, technische Entwicklungen und Online-Handel – doch für die Lackindustrie bedeuten die Änderungen enorme Belastungen. Neue Gefahrenklassen, strengere Etikettierungsregeln und eine sechsmonatige Frist nach Neueinstufung durch Rohstofflieferanten erfordern teure Anpassungen in Produktion, Kennzeichnung und Dokumentation. Besonders problematisch sind die Mindestschriftgrößen, die gerade bei kleinen Verpackungen kaum umsetzbar sind.
Hohe Investitionen und Personalmehrbedarf für Lack- und Farbenbranche
Viele Hersteller müssen Gebindegrößen, Etikettenformate und Lagerprozesse komplett umstellen. Der Umstieg auf Faltetiketten erfordert neue Druck- und Klebemaschinen, IT-Systeme sowie zusätzliche Lagerflächen. Die Umstellungskosten liegen je nach Unternehmensgröße zwischen Hunderttausenden und Millionen Euro, teils bis zu 15 % der Produktionskosten. Auch personell steigt der Druck: Zusätzliche Stellen für Kennzeichnung, Dokumentation und PCN-Meldungen sind vielerorts unvermeidlich.
Lack- und Farbenindustrie fordert digitale Lösungen und Anpassung
Verbände wie VdL und CEPE drängen auf praktikablere Ansätze – etwa die Nutzung digitaler Kennzeichnungen via QR-Code oder eine europaweit einheitliche, verschlankte PCN-Meldung. Hoffnung setzt die Branche auf die geplante „Omnibus“-Verordnung der EU, die im Juli 2025 Teil eines Aktionsplans für die Chemieindustrie werden soll. Ziel: Bürokratieabbau, Wettbewerbsfähigkeit und realitätsnahe Vorschriften für die Farben- und Lackbranche.