Spectaris Verband kritisiert geplante PFAS-Beschränkungen

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Die geplanten PFAS Beschränkungen durch die ECHA haben laut dem Branchenverband Spectaris Auswirkungen bei funktionalen Beschichtungen (Bild: Spectaris/KI)

Der Deutsche Industrieverband Spectaris warnt vor den weitreichenden Folgen der geplanten PFAS-Beschränkung für Medizintechnik, Photonik sowie die Analysen-, Bio- und Labortechnik. Bei funktionale Beschichtungen von Brillengläsern etwa drohen erhebliche negative Auswirkungen.

Im Rahmen der jüngsten SEAC-Konsultation der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) hat Spectaris vier Stellungnahmen für seine betroffenen Branchen eingereicht und spricht sich darin für einen stoffbezogenen, risikobasierten Regulierungsansatz sowie angemessene Ausnahmeregelungen aus. Die vorgeschlagene pauschale Regulierung von mehr als 10.000 PFAS-Stoffen wird laut dem Verband der technologischen Realität vieler Hightech-Anwendungen nicht gerecht. Besonders kritisch sieht Spectaris die fehlende Begünstigung von Fluorpolymeren. Diese sind in zahlreichen industriellen Anwendungen unverzichtbar; für sie existieren derzeit vielfach keine technisch gleichwertigen Alternativen, und bislang konnte kein unannehmbares Risiko nachgewiesen werden – eigentlich eine Vorgabe der REACH-Verordnung für eine Beschränkung.

Auswirkungen auf funktionale Beschichtungen durch PFAS-Beschränkungen

In der Photonik und Halbleitertechnik kommen PFAS unter anderem in hochsensiblen Produktionsprozessen, Beschichtungen, Spezialoptiken sowie Reinraum- und Laserapplikationen zum Einsatz. Aus Sicht von Spectaris drohen hier erhebliche Nachteile für europäische Schlüsseltechnologien und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die Augenoptik beispielsweise nutzt PFAS insbesondere für funktionale Beschichtungen von Brillengläsern, die Eigenschaften wie hohe Haltbarkeit, leichte Reinigungsfähigkeit sowie wasser-, öl- und schmutzabweisende Oberflächen ermöglichen. Aktuelle Analysen zeigen, dass diese Anwendungen insgesamt als emissionsarm einzustufen sind und der zusätzliche Umweltvorteil eines Verbots vergleichsweise gering wäre. Gleichzeitig drohen erhebliche negative Auswirkungen auf Produktqualität, Verbraucher, Innovationsfähigkeit und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller augenoptischer Produkte, da derzeit keine gleichwertigen Alternativen mit vergleichbarer Performance und Langzeitstabilität verfügbar sind. Nach aktuellen sozioökonomischen Bewertungen könnten verkürzte Produktlebensdauern, steigende Verbraucherbelastungen, Marktverwerfungen durch schwer kontrollierbare Importe sowie erhebliche Arbeitsplatzverluste die Folge sein. „Die vorgeschlagene PFAS-Beschränkung schießt schon im Grundsatz über das Ziel hinaus. Europa braucht kein Pauschalverbot, sondern einen Beschränkungsansatz für Substanzen, deren kritische Emissionen in die Umwelt sich nicht vermeiden lassen. Auch deshalb lehnen wir eine Beschränkung von Fluorpolymeren ab, für die kein relevantes Risiko erkennbar und nachweisbar ist“, erklärt Jörg Mayer, Geschäftsführer von Spectaris.

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