Internationales Kolloquium Kunststofftechnik 2026 - Rückblick

Beim 33. Internationalen Kolloquium Kunststofftechnik 2026 in Aachen diskutierten rund 460 Fachleute aktuelle Entwicklungen in der Kunststoffverarbeitung. Im Mittelpunkt standen Recyclingstrategien, nachhaltige Materialien sowie neue Technologien für Produktion und Anwendung.
Das 33. Internationale Kolloquium Kunststofftechnik des Instituts für Kunststoffverarbeitung (IKV) hat Anfang März 2026 erneut seine Rolle als zentrale Plattform für den Austausch zwischen Forschung und Industrie unterstrichen. Rund 460 Teilnehmer nutzten am 4. und 5. März 2026 im Eurogress Aachen die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen in der Kunststofftechnik zu informieren. Im Fokus standen Themen wie Recycling technischer Kunststoffe, kreislauffähige Wertschöpfungsketten sowie neue Ansätze zur Digitalisierung der Kunststoffproduktion. Das Kolloquium markierte zugleich ein historisches Jubiläum: Vor 75 Jahren wurde mit dem ersten Kolloquium im Jahr 1950 auch das IKV gegründet. Die Veranstaltung verdeutlichte damit einmal mehr die langjährige Zusammenarbeit zwischen Industrie und Wissenschaft. Hochrangige Plenarredner aus Unternehmen und Forschung beleuchteten aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der Branche – von Rezyklatstrategien in der Automobilindustrie über Circular-Economy-Konzepte bis hin zu wirtschaftlichen Langfristtrends.
Breites Forschungsspektrum beim Kolloquium Kunststofftechnik
Insgesamt 48 Fachvorträge in 16 Sessions gaben einen umfassenden Einblick in die aktuelle Forschung des IKV. Industrielle Praxisberichte zu Beginn der einzelnen Sessions sorgten für eine direkte Einordnung der wissenschaftlichen Ergebnisse. Thematisch dominierten Nachhaltigkeitsfragen, etwa kreislauffähige Wertschöpfungsketten, die Verarbeitung von Rezyklaten oder robuste Prozesskonzepte für anspruchsvolle Materialien. Materialseitig reichte das Spektrum von klassischen Thermoplasten über faserverstärkte Kunststoffe bis hin zu Polyurethanen, Kautschuken und der noch vergleichsweise jungen Werkstoffklasse der Vitrimere. Ergänzend wurden neue Ansätze zur Digitalisierung und zum Einsatz künstlicher Intelligenz in Entwicklungs- und Fertigungsprozessen vorgestellt. Parallel dazu präsentierten Forschende ihre Arbeiten im Rahmen eines offenen Technikums auf dem Campus Melaten: An mehr als 60 Stationen konnten Besucher laufende Anlagen und Prozesse aus Bereichen wie Extrusion, Additive Fertigung, Spritzgießen, Werkstoffanalyse oder Wasserstofftechnologien aus nächster Nähe erleben. Begleitet wurde das Kolloquium von einer Industrieausstellung mit über 20 Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Kunststoffbranche. Sie bot den Teilnehmern zusätzliche Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung innerhalb der Branche.
Anzeige
Kontaktdaten und Informationen zu den hier vorgestellten Unternehmen und Institutionen sind in unserem interaktiven Oberflächentechnik-Branchenverzeichnis zu finden.