Hoenle: UV-härtbares Dichtungsmaterial für Elektronikgehäuse

Mit Vitralit CIPG 60200 stellt Hoenle ein UV-härtbares Polyacrylat-Dichtungsmaterial für komplexe Elektronikgehäuse in Automobil- und E-Mobilitätsanwendungen vor. Die Cured-In-Place-Gasket-Technologie ermöglicht eine präzise Dosierung und schnelle Aushärtung bei gleichzeitig hoher chemischer und thermischer Beständigkeit.
Flüssigdichtungen bieten eine einfache und zugleich hochwirksame Möglichkeit, auch komplexe dreidimensionale Geometrien zuverlässig abzudichten, die mit konventionellen gestanzten oder festen Dichtungen nur schwer realisierbar sind. Mit Vitralit CIPG 60200 stellt Hoenle ein blau fluoreszierendes, UV-härtbares Polyacrylat-Dichtungsmaterial vor, das speziell für Elektronikgehäuse in der Automobil- und E-Mobilitätsindustrie entwickelt wurde. Die Lösung basiert auf der Cured-In-Place-Gasket-Technologie (CIPG) und wird erstmals auf der Coiltech-Messe in Augsburg präsentiert. Die CMR-freie Polyacrylatformulierung lässt sich mit Klebstoffdosierventilen und programmierbaren Robotern präzise applizieren. Dadurch entsteht eine definierte Raupengeometrie mit hoher Dimensionsstabilität im unausgehärteten Zustand. Die anschließende Aushärtung erfolgt unter UV-Licht, etwa mit LED-Systemen bei 365 oder 405 nm oder mit Gasentladungslampen. Durch die schnelle UV-Vernetzung entstehen kurze Zykluszeiten sowie eine sofortige Handhabungsfestigkeit der Bauteile.
Polyacrylat-Dichtungsmaterial für Automotive-Anwendungen
Nach der Aushärtung gewährleistet das Material eine zuverlässige Dichtwirkung bei Kompression und verhindert das Austreten von Flüssigkeiten und Gasen. Selbst bei erhöhten Temperaturen bleibt die elastische Rückstellfähigkeit erhalten. Ein Druckverformungsrest von 15 Prozent nach 24 Stunden bei 150 °C unterstreicht die langfristige Dichtungsleistung. Der mögliche Einsatzbereich reicht von Temperaturen unter −40 °C bis über 150 °C. Die ausgehärtete Dichtung zeigt zudem eine hohe chemische Beständigkeit gegenüber typischen Medien aus dem Automotive-Bereich, darunter Motoröl, Automatikgetriebeöl sowie Wasser-Glykol-Gemische. Aufgrund der geringen Ausgasungseigenschaften eignet sich das Material auch für empfindliche elektronische Baugruppen. Anwendungen finden sich etwa in Elektronikgehäusen von Steuergeräten, Batterie-Trennsystemen, Bordladegeräten oder Zellmodul-Controllern. Neben dem Einsatz in der Serienfertigung ist die Lösung auch für Wartungs- und Reparaturszenarien ausgelegt. Im Gegensatz zu klassischen Einwegdichtungen kann das ausgehärtete CIPG-Material nach dem Öffnen eines Gehäuses erneut verwendet werden. Dadurch lassen sich Servicekosten und Materialverbrauch reduzieren, während gleichzeitig die Prozesssicherheit in anspruchsvollen Elektronikanwendungen erhalten bleibt.
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