Dürr: Neue Generation des elektrischen Rotationstauchverfahrens RoDip

Dürr hat sein elektrisches Rotationstauchverfahren RoDip weiterentwickelt: Es ist jetzt kurvenfähig, flexibel einsetzbar und technisch vereinfacht. RoDip Ezy ersetzt RoDip E, bleibt jedoch dem bewährten Rotationstauchverfahren für Vorbehandlung (VBH) und Kathodische Tauchlackierung (KTL) treu.
Der Name der jüngsten Generation des elektrisches Rotationstauchverfahren RoDip von Dürr lautet „Ezy“ – abgeleitet von „easy“ und dem zykloidgetriebenen Drehantrieb. Zentrale Komponenten – vom Fahrwagen über das Schienensystem bis hin zur Energieübertragung und Steuerung – wurden neu entwickelt. So entstand ein kompaktes System, das leicht zu warten und zu montieren ist sowie zusätzliche Spielräume in der Anlagenplanung ermöglicht. Beim Drehantrieb kommt ein kompaktes Zykloidgetriebe zum Einsatz, das sich in den Robotern von Dürr bereits seit Langem im industriellen Maßstab bewährt hat. RoDip Ezy gewährleistet laut Herststeller ein einheitliches Fahrwagenkonzept für unterschiedliche Gewichtsklassen – vom Pkw bis zum Transporter.
Kurvenfahrt ersetzt Drehtisch bei RoDip von Dürr
Eine weitere zentrale Neuerung ist die kurvenfähige Streckenführung. Während RoDip E Drehtische für Richtungswechsel nutzte, können die Fahrwagen bei RoDip Ezy Rechts- und Linkskurven fahren. Technisch aufwendige Drehtische sind nicht mehr notwendig. Dadurch sinkt die Komplexität der Anlage, und die Prozessstrecke lässt sich variabler gestalten. Neben dem klassischen Zwei-Kreislauf-System mit getrennten Fahrwagen für VBH und KTL, ist auch ein gemeinsamer Kreislauf („One Loop“) möglich, bei dem dieselben Fahrwagen sowohl durch VBH und KTL gefahren werden. Diese Konfiguration benötigt weniger externe Fördertechnik, Schienen und Fahrwagen. „RoDip Ezy ist für Neuanlagen ebenso geeignet wie für Modernisierungen in bestehenden Werken“, sagt Klaus Heinsohn, Produktmanager bei Dürr. „Da RoDip Ezy Kurven von 180 Grad und mehr durchfährt, können wir die Streckenführung an herausfordernde Platzverhältnisse oder an unterschiedlich große Abstände zwischen den Prozessschritten ganz nach Bedarf anpassen.“ Das neue Schienensystem besteht aus standardisierten Aluminiumprofilen, die Dürr auch anderweitig, zum Beispiel in der Endmontage, einsetzt. Aufgrund des geringeren Gewichts lassen sich die Elemente einfacher einbringen und schneller montieren. Umfangreiche Justierarbeiten wie bei den bisherigen Stahlelementen sind nicht mehr erforderlich. Weltweit haben mehr als 100 Millionen Fahrzeuge ihren Korrosionsschutz mit RoDip erhalten. Das System gilt als Benchmark bei den Rotationstauchverfahren. Die platz- und ressourcensparende Methode dreht Karosserien um die eigene Achse und kommt dafür mit kürzeren Becken für das Eintauchen, Fluten und Abtropfen aus.